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Hörprobe (Musik: Max Lerche) |
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Unser ganzes Leben lang begleiten uns Konflikte, prägen das Menschenleben, vom kleinen Alltäglichen bis ins große der Weltpolitik und der religiösen Weltanschauungen. Die Welt, in der wir leben, ist polar und Vielfalt ist Ausdruck dieser Polarität. Das ist der Ursprung von Konflikten. Wir sind alle so verschieden, leben alle in unterschiedlichen Welten. Kein Mensch gleicht dem anderen. Menschen haben unterschiedliche Erfahrungen, Entwicklungen Geschichten, Wahrnehmungen, Einsichten, Ansichten, Vorlieben, Bedürfnisse. Unsere Individualität ist also die Quelle des Konfliktpotentials. Anstatt Fähigkeiten wie Toleranz und Liebe zu entwickeln, um mit dieser Vielfalt zu leben und an ihr zu wachsen, kämpfen und streiten wir mit dem Ziel, den anderen zu überzeugen und Recht haben zu wollen. Dafür setzen wir häufig Machtmittel ein, ohne dass uns das immer bewusst wäre. Wir nörgeln und beklagen uns über den anderen („kannst du nicht einmal …“), erpressen ihn emotional („wenn du das noch einmal ….“) oder pathologisieren sein Verhalten („das ist doch nicht normal, dass du …..“). Subtiler als bei den Kreuzzügen oder mit brachialer Gewalt dienen all diese Mechanismen dennoch dem gleichen Ziel, den anderen zu verändern und ihn zur Anpassung an die eigenen Bedürfnisse zu zwingen. Neben dem Machtspiel im Umgang mit Konflikten können wir aber auch versuchen einen Kompromiss oder noch besser einen Konsens zu finden. Beim Konsens geht es darum, dass man in der Sache gewinnt ohne dass die Beziehung verliert. Damit wir wieder eine Weile reibungslos funktionieren, gilt es über einen kreativen Lösungsprozess notwendige Reibungen an unterschiedlichen Werthaltungen und Bedürfnissen zu beseitigen. Das Ziel ist, dass alle mit der Lösung zufrieden sind und eine Win-Win Situation entsteht. Der magische Umgang mit Konflikten sieht den Sinn von Konflikten weniger darin, zu streiten und sich durchzusetzen, sondern Konflikte als Einladung zu sehen, sich „miteinander-auseinander“ zu setzen und in Kommunikation zu kommen. Das Ziel ist weniger eine schnelle Lösung (Konsens), um wieder reibungslos zu funktionieren und den Konflikt aufzulösen, als vielmehr die Spannung des Unterschiedes zwischen mir und dir auszuhalten, um daran das Bewusstsein und das Leben zu erweitern. Es geht um einen gemeinsamen und langsamen Wachstums- und Reifungsprozess, der einer Investition von Geduld, Toleranz, Zeit und Energie bedarf, mit dem Ziel ein Stück ganzer und heiler zu werden.
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